Tag 4 Davos – Zernez

In Davos gings ja noch gut los ;) Also damit mein ich das Wetter vor allem. Morgens grüsste die Sonne und ich startete guter Dinge in den Tag. Schnell noch ein paar Bananen für unterwegs eingesackt und dann aber nichts wie los.

Auf dem Weg zum Flüelapass

Heute stand nun der erste wirkliche Pass auf 2383 m an, der Flüelapasse. So weit so gut. Der Anstieg war recht gnädig mit 10% maximal wenn ich das so mitbekommen habe. Ich habe zwar immernoch zuviel zu essen im Gepäck und meine Kondition lässt auch noch zu wünschen übrig (Merke: Zu Hause mehr Sport machen ;) ), aber ich hatte ja Zeit und so dauert der Anstieg halt ne Stunde länger… Wenn da nicht das Wetter mal einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Schöner Dauerregen mit Wind und kalten Temperaturen setzten ein. Ich musste am Berg alle Geschütze sprich warme Kleidung auffahren, die ich mithatte. Gut es war warm genug, aber durch den Regen war sie oben auch fast alle durch. Und die Abfahrt stand ja noch bevor.

Am Flüelapass

Leider ging es bergab viel steiler runter. Das heisst ich musste die ganze Zeit auf der Bremse stehen. Zum Glück hatte ich Handschuhe dabei. Gefühlte Temperatur: etwa -5 Grad. Das macht bei Regen nicht wirklich Spass. Was hat mich nochmal geritten da rauf zu fahren?!

Auf der Abfahrt vom Flüelapass

Nun im Tal angekommen gings nach Zernez und da laut Wetterbericht in den nächsten Tagen die Schnefallgrenze auf unter 2000m sinkt bin ich wohl gezwungen eine weitere Nacht hierzubleiben. Ok. Der erste Ruhetag nach 4 Tagen. Ein wenig früh aber besser als im Schneeregen einen Berg raufzufahren. Der nächste Pass hat nämlich auch wieder eine Höhe von 2100 m.

Also bis die Tage. Ich melde mich.

Tag 0 – 3 Greifswald – Davos

Uff. Was für ein Start. Dabei fing alles so gut an. Am Sonntag noch fix in Ruhe alle Sachen zusamengepackt und dann los zum Bahnhof. Schön den Nachtzug in die Schweiz nehmen. Aber NEIN! Jemand hat sich in suizidaler Absicht vor den Zug geworfen. Ergebnis: Alle Züge Richtung Berlin werden über Neubrandenburg umgeleitet und fallen dementsprechend ERSATZLOS für Greifswald aus. Wie geil… Gut nochmal schnell nach Hause, mit der Bahn telefoniert, die mich nach Stralsund gelotst hatte, wo angeblich ein Zug nach Berlin fährt auf den der Nachtzug wartet. Ok.
Mit Manu alles ins Auto geworfen und los die Fahrt. Natürlich sind nur Sonntagsfahrer auf der Landstrasse aber ich erreiche Stralsund doch noch rechtzeitig.

Dann aber der fatale Fehler: Es stehen zwei Züge nach Berlin zur Auswahl und ich entscheide mich für den, der direkt nach Berlin fährt und Zwischenhalte. Aus unerfindlichen Gründen fährt der aber erst später los. Da kein Schaffner in dem Zug kann ich auch nicht nach Anschlusszügen fragen. Was folgt: In Berlin-Gesundbrunnen werden alle unfreundlicherweise rausgeworfen. Mein Versuch noch per S-Bahn zum Südkreuz zu kommen schlägt fehl und ich bin 22.30 Uhr am Südkreuz gestrandet. Danke Deutsche Bahn für die Fehlauskunft…

Ok. Der nächste Zug Richtung Süden fuhr 00.37 nach Frankfurt. Musste ich also auf den warten. Und warten und warten… Bis die Bahn es schaffte den Zug einzusetzen dauerte es geschlagene eine Stunde und 40 Minuten. Also fuhren wir dann doch gegen 2.20 Uhr los. Der Anschluss in Frankfurt war damit auch passé. Nochmal in Frankfurt alles neu buchen. Fahrradstellplätze sind rar im IC. Endgültig hatte ich dann eine Verbindung bei der ich 16.48 Uhr in Zürich war. Neun Stunden später als geplant.

Also dann los aufs Rad und los gehts gemütlich ne Runde um den Züricher See. Zeitlich war es dann zu spät um einen Campingplatz zu erreichen so dass ich an einer Feuerstelle mich einfand. Direkt am See, aber auch direkt an der Bahnlinie, die mich auch immer wieder unsanft am Morgen aus dem Schlaf riss.

Gut. Der nächste Tag ging dann gut los. Weiter um den Züricher See und dann der Walensee. Alles bei besten Fahrradwetter so um die 25 Grad. Schnell erreichte ich dann schon den geplanten Campingplatz. Aber da war es noch recht früh und fühlte mich nicht so recht ausgelastet. Naja. Die Quittung folgte auf dem Fusse. Es ging jetzt langsam bergan und so nach einer halben Stunden fing es auch noch an zu regnen. Naja Pech. Beim Anstieg merkte ich aber dann langsam zwei Grundlegende Probleme: 1. Ich hab zuviel Essen im Gepäck 2. Ich habe keine Kondition mehr. Kein Vergleich mehr zu meinem früheren Trainingszuständen während der Studiumszeit. Alles geht langsamer und beschwerlicher. Da bleibt mir nichts anderes übrig als einen Gang runterzuschrauben. Ich landete dann wieder an eienr Feuerstelle mit einer Hütte. Wunderbar. Da bleibt einen das Zeltaufbauen erspart.

Nun also Tag 3. Heute. Gut der Plan war früh loszukommen. Naja durch die unruhige Nacht (Schlafsack und Isomatte sind zu warm) kam ich nicht so richtig in den Schlaf. Also hab ich wieder gut ausgeschlafen bis etwa 8 Uhr. Aber los gings dann trotzdem gegen halb 10 erst. Dann gings los in den Anstieg Richtung Klosters und dann Davos. Ich befand mich etwa auf 750 m Höhe und hatte einen Anstieg auf 1600 m vor mir. Der erste richtige Test.

Und was für einer. Hechelnd kämpfte ich um jeden Meter am Berg. Schweiz hat ja schöne Radwege, aber wenn da immer mal wieder so Kerben mit 20% Steigung dabei sind dann haut einen das schon gut raus. Aber ich möchte kein schlechtes Wort verlieren über die Radwege. Sind nämlich top ausgeschildert. Mit fehlender Kondition schleppte ich mich dann über den ersten Pass auf 1638 m Höhe, den Wolfgangpass. Dann leicht bergab nach Davos wo ich die Wahl hatte weiter zu fahren oder aber mal auf einen Campingplatz zu übernachten. Ich entschied mich für letzteres.

Leider lag der Campingplatz etwas ausserhalb und dann auch noch bergab. Weg, den ich morgen wieder zurückfahren muss. War aber trotzdem mal schön nach 3 Tagen zu duschen :)

Soweit erstmal. Bilder müssen später nachgereicht werden, weil der PC das hier nicht zulässt. Morgen soll es leider einen Wetterumschwung geben. Dann wirds richtig kalt und nass hier. Dabei solls doch morgen auf 2383m raufgehen. Mal sehen wie das wird.

P.S. Meldung vom Knie: Es zuckt aber es hält…

Alleine Reisen!

In den letzten Tagen erreichten mich immer wieder Fragen, dazu warum ich denn alleine fahre. Der normale Werdegang eines solchen Gespräches lautet wie folgt: Aha… Durch die Alpen. Ist das nicht anstrengend?… Ja… Und wer begleitet dich auf der Reise? … Niemand… Was? Du fährst alleine?!

So trug es sich jetzt oft zu, so dass ich mir diese Frage auch stellte: Warum fahre ich alleine? Nun ja die Antwort ist schnell gefunden. Niemand der in Frage kommt hatte Zeit. So einfach ist das. Die Alternative wäre gewesen nicht zu fahren. Aber das kommt wohl mal gar nicht in Frage.

Außerdem ist man nie alleine. In einem derart dicht besiedelten Kontinent wie Europa wird man wohl nie gänzlich “alleine” sein. Insgesamt hat es aber auch einen Reiz ohne Begleitung zu fahren. Man hat endlich mal die Zeit ganz bei sich anzukommen. Mit sich zu sein. Niemand anderes kann verantwortlich gemacht werden für das eigene fühlen und leiden und fröhlich sein. Außerdem wird man viel offener für die Begegnung mit der Umwelt, den anderen Menschen.

Komisch wird sein das erste Mal so lange von meinen zwei Liebsten getrennt zu sein. Ich war noch nie länger als 5 Tage von meiner Tochter getrennt. Hab jeden Tag seit ihrer Geburt zusammen mit Manu miterlebt und mitgefiebert wie sie die Welt entdeckt. Aber für alles gibt es ein erstes Mal…

Schwierig war übrigens auch der Kauf des Rückfahrtickets. Leider waren viele Fahrradstellplätze in Zügen ausverkauft, so dass ich von Venedig nach Verona umsatteln musste. Damit müsste ich meine Tour in Zürich-Verona umbenennen. Aber mal schauen. Das ergibt sich noch.

Jetzt erstmal ab in die Schweiz, nach Zürich. Dann guck ich mir mal an, wo die Drogenbarone und Steuerhinterzieher ihr Geld so parken ;)

Es geht weiter: Alpen 2012

Also kommenden Samstag soll es wieder eine Tour geben. Nach meiner letzten Tour, die jetzt schon einige Jahre zurück liegt freue ich mich riesig darauf. Einiges hat sich geändert. Ich bin Vater, arbeite jetzt und habe eigentlich wenig Zeit. Ach ja und inzwischen hatte ich mit einigen Knieproblemen zu kämpfen. Keine Ahnung ob es jetzt besser ist, aber ich versuche alles dran zu setzen das es klappt. Die Route ist erstellt. Es soll insgesamt über 6 Gipfel über 2000 m gehen. Der höchste Gipfel, das Stilfser Joch  ist etwa 2757 m hoch. Wieder eine Herausforderung. Wünscht mir Glück mit meinem Knie. Ich meld mich von hier.

Das Stilfser Joch

 

http://www.gpsies.com/files/kmz/k/kspomfusfzeeqqfo

Filmtipp #2 Sideways (2004)

Auf gehts zum Filmtipp für diese Woche. Dieses Mal ein Film aus Hollywood der mich seit langem das erste Mal wieder beeindruckt hat. Sideways (IMDB/Wikipedia) aus dem Jahre 2004 von Alexander Payne. Aufmerksam auf sich machte Payne vor allem mit ”About Schmidt” und bringt nun einen Film für Weinliebhaber, gespickt mit  Humor und gehörigem Tiefgang.

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Sideways bei Amazon

Warum war das nun so beeindruckend? Der Film vereint mehrere Genres und Geschichten. Auf der einen Seite ein Road-Movie, über zwei “ältere Herren”, die nochmal richtig die Sau rauslassen wollen, bevor der eine am Ende der Woche seine Hochzeit feiert. Auf der anderen Seite  ein Film über einen Verlierer, eine Geschichte des Scheiterns des Buchautors Miles, gespielt von Paul Giamatti, der irgendwie tief intellektuell scheint und doch “nur” als Grundschullehrer sein Leben bei besten Wein fristet. Sein Gegenpart Jack, gespielt von Thomas Haden Church, könnte konträrer kaum sein. Ein Lebemann, charmant, gutaussehend und selbstbewusst. Aber ohne jegliches Gespür für Moral, zwischenmenschliche Realität und vor allem kein Gespür für Wein.

Wo wir auch schon beim nächsten Thema dieses Filmes wären. Der WEIN. Ein Hommage an den roten oder weißen Saft, eine Verehrung der Weinkultur, ein Plädoyer, sein Leben nicht mit schlechten Weinen zu vergeuden. Für alle die bei Rotwein an mehr als nur an Dornfelder, halbtrocken ausm Netto denken oder gerne sich von dem Zauber verführen lassen wollen sei diese Komödie wärmstens ans Herz gelegt.

Ah ja. Nächstes Stichwort: Komödie. Selten habe ich seit “The Big Lebowski” einen Film gesehen, der seine Charaktere so intensiv aufbaut wie dieser Film und die beiden Protagonisten in ein derart bizarr, lustiges Bild rückt wie hier. Herrlich!

Ich habe das englische Original mit englischen Untertiteln, gesehen und kann ihn so sehr empfehlen. Er ist nicht allzu schwer zu verstehen, vielleicht hin und wieder wird es schwer wenn es um Weinfachwörter geht, aber das erschwert keinesfalls der Handlung zu folgen. Also reinschauen und schreibt mir was ihr denkt!

Schneesturm in Greifswald

Hier ein paar kurze Eindrücke aus der Vulkanstr sowie der Anklamer. Nicht mehr lange und Greifswald is dicht. Da kommen bei einigen bestimmt Erinnerungen an den Winter ’78 hoch als Greifswald für einige Tage von der Außenwelt abgeschnitten war. Daburna berichtet ebenfalls mit Bildern über das Naturspektakel.

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Heute Abend: SCHWARZ AUF WEISS im Filmclub Casablanca

Heute im Programm im warmen Theatersaal:

SCHWARZ AUF WEISS

25.01.2010, 21.00 Uhr

THEATER VORPOMMERN

Deutschland 2009, 35mm, 86 Minuten

Regie: Pagonis Pagonakis, Susanne Jäger

Eintritt: 3 / 3,50 Euro

Günter Wallraff unterwegs – Der bekannte Journalist und Buchautor auf einer Reise durch Deutschland. Unerkannt und undercover ermöglicht eine neue Identität dem Film SCHWARZ AUF WEISS dank versteckter Kamera einen kontroversen und entlarvenden Blick hinter die Fassade unserer Gesellschaft. Bilder und Situationen, die polarisieren, aber auch immer eines zeigen: ein ungeschminktes Bild von uns Deutschen.

Ein Film von Pagonis Pagonakis, Susanne Jäger, Gerhard Schmidt, Günter Wallraff.

Ein Trailer:

Filmtipp #1 "Die Rückkehr" von Andrei Zvyagintsev

Ab sofort startet hier die kleine Rubrik: Filmtipps vom Velosophen. Mehr oder weniger regelmäßig möchte ich Filme empfehlen, die etwas bei mir hinterlassen haben, die mich beeindruckt haben. Mein Hauptaugenmerk liegt vor allem bei eher unbekannten Filmen abseits des Mainstreams, die es wert sind zu schauen. Nichtsdestotrotz könnten sich hier auch mal ein Blockbuster verirren sollte der Film auf irgendeiner Ebene etwas besonderes darstellen. Weiterlesen

Eisberge in Wampen

Ungewöhnliches kann man derzeit in Wampen bei Greifswald besichtigen. Der Bodden ist auf Grund des langen Frosts schon so weit zugefroren, dass sich ein paar kleine Eisberge gebildet haben. Sehr schön vor allem bei Sonnenschein anzusehen.

Der Velosoph hat sich (natürlich mit Rad) aufgemacht um ein paar Impressionen einzusammeln. Für alle die auch bei der Kälte raus nach Wampen fahren hier ein kleiner Tipp: Nehmt was mit fürs Gesicht sonst friert euch die Nase sowas von ab. Ein paar kleine Eisklumpen konnte ich am Ende von meinem Bart abkratzen ;)

Der Herr auf den Bildern bin natürlich nicht ich sondern mein Mitbewohner, der sich freiwillig als Motiv opferte ;) Danke hierfür.

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"Das weiße Band" gewinnt Golden Globe

Einer der besten Kinofilme des letzten Jahres ist in Los Angeles mit dem Golden Globe als “Bester ausländischer Film” geehrt worden. Für mich gehört Michael Haneke zu den ganz großen Kinomachern unserer Zeit. Mit “Funny Games” oder “Caché” hat er Filme geschaffen, die unter die Haut gehen. Sein letzter Kinofilm setzt diese Reihe unbeirrt fort.  

Das weiße Band handelt von einem Dorf in den Vortagen des 1. Weltkrieges, in denen merkwürdige Unfälle sich zu einem spannenden Band verweben. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Dorflehrers, der langsam hinter die Ereignisse blickt.

Der Film ist ganz in schwarz-weiß und erzählt mit klassischen Motiven die Geschichte von Enge, Rigidität, Bestrafung und Moral. Für mich ein erschauerndes Dokument, was uns mahnt für Freiheit, Offenheit und Pluralismus einzutreten, denn den Gegenentwurf kann man sich in diesem Film anschauen.

Der Film kommt leider erst im März als DVD heraus und ist dann sicher eine gute Investition.